Fachbeiträge - 2018-03-27

Health 4.0 am Kölner Neumarkt – Kölnmagazin 1/2018

Praxis Dr. med. Frieder Nau - Logo

Verschlankung von Prozessen, Ausweitung der Kommunikation, Flexibilisierung der Arbeit, Optimierung der Therapie – all das ist gelebte Digitalisierung im MVZ Dr. Frieder Nau & Kollegen am Kölner Neumarkt. Spezielle Apps für Patienten sind das nächste E-Health-Thema, mit dem sich die neurologische, psychiatrische und psychotherapeutische Schwerpunktpraxis derzeit befasst.

„Bei uns ging es 1998 los, als wir unsere Akten Schritt für Schritt eingescannt haben“, erinnert sich Dr. Frieder Nau an die Anfänge der Digitalisierung in seiner Praxis. Die gesamte Dokumentation, Abrechnung und Korrespondenz wird seitdem nicht mehr in Papierform geführt, so der Gründer und Geschäftsführer des MVZ Dr. Frieder Nau & Kollegen. Das Ergebnis: Digitale Akten ersetzen heute 25 Karteischränke. Neben dem Raumgewinn nennt Dr. Nau weitere Vorteile des Papierverzichts: „Die Daten sind im externen Rechenzentrum viel sicherer als Akten im Schrank. Außerdem bleiben sie uns in digitaler Form auch über die zehnjährige Aufbewahrungspflicht hinaus erhalten.“

Vorteile für Patienten und Mitarbeiter
Heute sind im Kölner MVZ einschließlich der Außenstelle Bochum sämtliche Arbeitsplätze miteinander vernetzt. Jeder im Team aus 30 Fachärzten und Psychologen kann in beliebigen Räumlichkeiten arbeiten, feste Zuordnungen sind passé. Das gestattet eine wesentlich effizientere Belegung der 24 Räume. „Unsere Kapazitäten haben sich so annähernd verdoppelt, auch weil sich Teilzeitkräfte besser unterbringen lassen“, erläutert der Geschäftsführer. Zum Wohle des Patienten: „Dank dieses Raum-Sharings können wir deutlich mehr Sprechstunden anbieten, bis zu 500 Stunden pro Woche, davon bis zu 100 für Neupatienten“, so Dr. Nau.

Eine digitale Praxisverwaltung ermöglicht flexible Arbeitszeiten und Home-Office – für Frauen mit Kindern ein Segen. Patienten profitieren schon bei der Anmeldung: Wunschtermine sind dank IT-Einsatz viel häufiger möglich. E-Mails haben den Anrufbeantworter ersetzt.

Im Bereich der Diagnostik kommen computergestützte Testverfahren zum Einsatz. Die Auswertung erfolgt digital und quasi in Echtzeit. Dipl.-Psych. Andreas Nau: „Das ist viel schneller und vor allem objektiv. Früher musste der Patient quälend lang auf die Ergebnisse warten. Jetzt sieht er sie direkt im Anschluss an den Test und kann sie mit dem Arzt oder Psychologen besprechen.“

Patienten-Apps
Keine Zukunftsmusik mehr sind spezielle Apps für Patienten in der Psychotherapie. Unter Depressionen Leidende werden beispielsweise unterstützt, indem die App an Aufgaben erinnert und das Befinden, zum Beispiel bei Angstzuständen, abfragt. Das erleichtert dem Arzt oder Psychologen die Therapiegestaltung. Apps für Migräne-Patienten dokumentieren Schmerzanfälle, was dem betreuenden Arzt wertvolle Hinweise liefert. Eine weitere App, die Dr. Nau nennt, hilft bei der korrekten Medikamenteneinnahme.

Digitalisierung im MVZ am Kölner Neumarkt: Computergestützte Testverfahren zur objektiven Diagnostik psychischer Erkrankungsbilder.